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Martin Zwick
Trekking im Bale Mountains Nationalpark - Äthiopien

Lake Garba Guracha mit Campsite Bale Mountains

Lake Garba Guracha mit Campsite

 

Die Bale Mountains in Äthiopien sind ein Hochgebirge, das sich hervorragend für Trekking zwischen 3 und 14 Tagen eignet. Relativ unbekannt in Europa und erst recht in USA und Kanada ist es ein ruhiges, sehr ursprünglich gebliebenes Gebirge.

Charakter des Treks und des Gebirges

Trekking in den Bale Mountains ist einfach und kann von jedem der mit der grossen Höhe zurechtkommt gemacht werden. Die von mir begangene Route, die alle wichtigen Teile mit Ausnahme des Harenna Forests berührt, wird in der Regel in 6 Tagen begangen. Tagesetappen von bis zu ca 17km und ca 600Hm sind zu leisten. Grosse Schwierigkeiten, wirklich steile Passagen oder ausgesetzte Stellen existieren nicht.

Die Bale Mountains sind vulkanischen Ursprungs und erheben sich über mehrere Plateaus mit Steilstufen (Escarpments) bis zum Sanetti Plateau aus dem die hohen Gipfel hervorragen. Landschaftlich erinnert das Sanetti Plateau mit seinen Gipfeln an Nordschottland oder ähnliche Gegenden.

Die Vegetation ist sehr dürftig (Ausnahme Harenna Forest) und erinnert ebenfalls an Nordschottland oder Skandinavische Fjälls, natürlich mit vollkommen anderen Pflanzengesellschaften.

 

 


Kotera Plains mit Escarpment und dem Sodata Campsite, Bale Mountains

Kotera Plains mit Escarpment und dem Sodata Campsite


Lobelie auf dem Sanetti Plateau, Bale Moutains

Lobelie auf dem Sanetti Plateau

Lobelien auf dem Escarpment bei Garba Guracha, Bale Mountains

Lobelien auf dem Escarpment bei Garba Guracha

Lobelien vor Sonnenaufgang bei Rafu, Sanetti Plateau, Bale Mountains

Lobelien vor Sonnenaufgang bei Rafu, Sanetti Plateau

 

Die Herausforderung des Treks ist die grosse Höhe zwischen 3700 und 4200 m, die kalten Nächte und Winde, die erbarmungslose Sonne, falls sie denn scheint und der ständige Staub.

Wer unberührte Natur sucht, wird anfänglich enttäuscht sein. Obwohl als Nationalpark deklariert ist das Gebirge auch im Gebiet des Nationalparks "dicht" besiedelt. Dauerhafte Siedlungen oder "Almen" der nomadisierenden Bevölkerung gibt es an jeder geeigneten Stelle. Herden von Kühen, Ziegen, Schafen und Pferden können überall, selbst auf dem Sanetti Plateau beobachtet werden. Anfänglich war ich deswegen etwas irritiert, das änderte sich jedoch über die Zeit und es war ein großes Erlebnis durch die "Kulturlandschaft" zu ziehen. Auch wenn es keine Straßen gibt, ist der Nationalpark von traditionellen Wegen der nomadisierenden Bevölkerung mit ihren Herden durchzogen. Auf diesen Wegen wandert man durch die Berge und Ebenen.

Auf der anderen Seite ist der Bale Mts. Nationalpark Rückzugsgebiet für zwei Tierarten die ausserhalb des Parks weltweit so gut wie ausgestorben sind.

Der Äthiopische Wolf ist mit ca 500 Tieren in drei Populationen (Bale, Afar, Simien) das seltenste hundeartige Raubtier weltweit und das Bergnyala ist endemisch in den Bale Mts.

Diese beiden Tierarten, die auch relativ einfach beobachtet werden können sind Grund genug, sich einige Tage in den Bergen aufzuhalten.

 


Äthiopischer Wolf

Äthiopischer Wolf

Bergnyala

Bergnyala

Pferdeherde

Pferdeherde

Hintergrundinformationen

In den Bale Mts war ich, um zu fotografieren und das Trekking war ein positiver Nebeneffekt. Mittlerweile blicke ich auf über 30 Jahre Trekking Erfahrung in fast allen Kontinenten zurück und freue mich auf jede neue Region.

Mein Trek durch Bale dauerte wesentlich länger als normalerweise notwendig, da ich an den interessanten Stellen einige Tage bleibe, um zu fotografieren.

Meine Intention ist nicht eine detaillierte Routenbeschreibung zu geben, sondern mit einigen Worten und entsprechenden Bildern den Charakter des Treks und der Landschaft zu beschreiben. Dann kann jeder selbst entscheiden, ob ein Trek durch die Bale Mts. interessant ist oder nicht.

Meine Route:

Dinsho - Sodota

Sodota - Keyrensa

Keyrensa - Rafu

Keyrensa - Sanetti Camp - Garba Guracha

Garba Guracha - Dinsho

Die Route ist bequem in 5 Tagen zu begehen, wer Gipfel besteigen oder einige Zeit zur Beobachtung von Tieren einplanen will, benötigt zusätzlich Tage. In den 5 Tagen ist es kaum unterzubringen!

Literatur: Im Lonely Planet Ethiopia ist genügend Information enthalten. In Kürze erscheint ein Führer nur über Bale, geschrieben von einem Franzosen, der in deutsch, englisch und französisch verfasst sein soll. Diese Information habe ich von Einheimischen (Stand Februar 2010). Ein extra Buch ist nicht unbedingt notwendig, da eine lokaler Führer Pflicht ist.

Als erstes werde ich die Tour beschreiben, am Schluss kommen Informationen zu Wetter, Ausrüstung und Logistik. Vorab nur der Hinweis, daß das Gepäck in den Bale Mountains von Pferden getragen wird!

Dinsho - Sodota auf der Kotera Plain



Riesenlobelia auf der Kotera Plain beim Sodota Campsite

Der Tag beginnt in Dinsho mit dem Packen der Pferde erst relativ spät. Bis zum Sodota Campsite sind es auch nur einige Stunden, Hektik ist nicht notwendig.

Der Weg führt zuerst auf einer Sandstrasse durch Streusiedlungen und Getreidefelder, geht dann in einen Pferdepfad über. Ab da wird es interessanter. Flach und hügelig geht es durch einige Bachbetten bis man die Kotera Plain erreicht. Der Sodota Campsite liegt hübsch im Schatten einiger Felsen in einem kleinen Tal.














 

Gutes Wasser ist NICHT vorhanden. Das gilt für fast alle Campsites. Wasser wird der versumpften Fläche entnommen, die gleichzeitig als Weide und Viehtränke verwendet wird (sichtbar hinter den Bildern, auf dem die Pferde bepackt werden). Abkochen oder Entkeimen ist absolut notwendig (siehe auch Logistik). Zelte können auf gutem Untergrund aufgestellt werden und es gibt einen kleinen Rockshelter, in dem Feuer gemacht werden kann. Der Platz bekommt Abendsonne, am Morgen kommt die Sonne erst relativ spät über das Escarpment.

Die Kotera Plain ist neben dem Sanetti Plateau die Gegend mit den meisten Wölfen. Wir haben an allen Tagen am späten Vormittag direkt am Campsite Besuch von einem Wolf bekommen. Grund zur Sorge besteht nicht, die Äthiopischen Wölfe ernähren sich von Nagetieren......

Sodota - Keyrensa


Das Tal von Keyrensa bei Sonnenaufgang

Das Tal von Keyrensa bei Sonnenaufgang

Dieser Tag ist einer der längern des Treks. Der Höhenunterschied ist gering, ich schätze 300 maximal 400 Höhenmeter, dafür dürfte die Gehdistanz zwichen 15 und 17 km liegen. Insgesamt ist bei strammen Tempo mit 5-6 Stunden reiner Gehzeit zu rechnen. Die Mittagspause kommt relativ spät, für meinen Geschmack viel zu spät! Hier wird wie während des gesamten Treks Rücksicht auf die Pferde genommen und an einer pferdetauglichen Wasserstelle pausiert. Dieses Wasser ist relativ gut, aber ohne Behandlung sicher ein Risiko. Wasser für den ganzen Tag sollte mitgenommen werden, es kann problemlos auf eines der Pferde gepackt werden.

Der Reiz des Tages besteht aus den vielen Weilern und einzelnen Hütten, die immer wieder berührt werden. Häufig kommen berittene einheimische entgegen und man kann etwas vom Leben weit ab von der nächsten Strasse erahnen.



Weiler


Weiler


Mittagspause


am Escarpment entlang


Tal von Keyrensa in Sicht


Campsite, Kochhütte


Sonnenungergang


Campsite morgens

 

Der ganze Tag geht fast topfeben am grossen Escarpment entlang, nur ab und zu quert man einen Ausläufer des Escarpments in kleinen Pässen. Bei mir war es ein extrem staubiger Tag. Herden, Nomaden und Siedlungen sind ständiger Begleiter auf dem Trek. Am späten Nachmittag kommt nach einem kleinen See, eine Öffnung im Bollwerk des Escarpments in Sicht, das Tal von Keyrensa. Nach einer Engstelle mit grossen Felsblöcken -vermutlich eine Endmoräne der letzten Eiszeit- , durch die die Pferde nur mit Mühe geführt werden können, erreicht man die schräge Rampe des Tals, das letztendlich bis zum Sanetti Plateau führt.

Der Campsite ist entweder an der Engstelle (Wasser), oder wie bei mir bei einem kleinen Weiler, der nur zeitweise bewohnt ist. Wasser gibt es direkt am Campsite keines, es muss mit den Pferden geholt werden. Platz für die Zelte gibt es genug, der Boden ist weich (Mist...) und man schläft sehr bequem und gut gepolstert! Eine der Hütten wurde zur Kochhütte und zum Schlafplatz der Horsemen. Wegen der kalten Temperaturen und fehlenden Zelten wird so oft es geht in Hütten gekocht und geschlafen. Der Rauch des Feuers zieht durch das Strohdach ab. trotzdem ist man relativ schnell gut geräuchert.

Anfänglich ist vermutlich jeder skeptisch und ich habe mir wirklich auch einige Flohstiche eingehandelt, aber letztendlich sind die Hütten der Garant für etwas Wärme und Trockenheit. Nachts fallen die Temperaturen unter 0 Grad und zudem ist die Ausrüstung der Horsemen und des Führers eher dürftig.

Einer meiner Horsemen war ein genialer Geschichtenerzähler. Natürlich habe ich nichts verstanden, aber die Gestik die Mimik und die gebannten Zuhörer waren ausreichend, um interessante Abende zu verbringen. Tee und Kaffee wurden in den Hütten zelebriert, ein schönes Erlebnis!

Der Zeltplatz bietet landschaftlich nicht all zuviel, dafür um so mehr der nächste Tag!

Keyrensa - Rafu Lavaflow, Sanetti Plateau


Verblühte Riesenlobelien

Verblühte Riesenlobelien auf dem Sanetti Plateau beim Rafu Lavaflow und Camp

 

Der Weg von Keyrensa auf das Sanetti Plateau und der bizarre Rafu Lavaflow sind sicher einer der Höhepunkte des gesamten Treks. Um die 5 h und ca 400 hm sind zu bewältigen. Wasser gibt es außer kurz hinter Keyrensa keines!

Man folgt nicht weiter dem Tal von Keyrensa sondern quert die Talung in nördöstlicher Richtung um über einen kleinen Sattel in ein weiteres Tal zu gelangen. Jetzt geht es munter bergauf bis man nach einigen weiteren kleinen Satteln und Mulden das Sanetti Plateau erreicht.

Das Plateau ist eine nach allen Richtungen flach abfallende Kuppe, aus der die Gipfel hervorragen und das von Escarpments begrenzt wird. Die Landschaft erinnert an Nordschottland oder skandinavische Fjälls. Bald sieht man die ersten Ausläufer eines Lavaflows links und der eigentliche Rafu Lavaflow taucht bereits rechts auf. Im Schatten des Lavaflows gibt es eine ständig bewohnte Siedlung an der Lager gemacht wird. Auf der einen Seite die bizarren basaltischen Erosionsformen von Rafu und auf der anderen Seite die bizarre Einöde des Sanetti Plateaus mit vereinzelten Riesenlobelien. Das ganze gibt eine sehr eindrückliche Landschaft.






Der Lavaflow von Rafu auf dem Sanetti Plateau

Der Lavaflow von Rafu auf dem Sanetti Plateau


Rafu, Bale Mountains, Äthiopien
Rafu, Bale Mountains, Äthiopien
Rafu, Bale Mountains, Äthiopien
Rafu, Bale Mountains, Äthiopien
Rafu, Bale Mountains, Äthiopien
Rafu, Bale Mountains, Äthiopien

 

Es gibt mehr als genug wunderbar flache und weiche Zeltplätze. Wasser ist wie üblich keines vorhanden und muss mit den Pferden geholt werden, da überall Kühe, Pferde und Ziegen weiden ist das Wasser, ebenfalls wie üblich, zu behandeln oder abzukochen. Das Camp liegt weit über 4000m und es wird bitter kalt sobald die Sonne hinter Wolken verschwindet oder untergegangen ist. Wir kochten und verbrachten den Abend in einer der Hütten der Siedlung, die momentan unbewohnt war. Einige Kinder und Alte kamen abends vorbei, die Crew kaufte frische Kuhmilch und wie üblich wurden Geschichten erzählt, die ich natürlich nicht verstand.

Wer das gelb-rot der Lavaformationen sehen will muss früh aufstehen, das gute Licht gibts gerade mal ne knappe Stunde. Nachmittags waren immer Wolken, die über den Regenwäldern des Harenna Escarpments bedrohlich aufsteigen.

Kletterer mit Ausrüstung haben hier eine unendliche Spielwiese.....

Rafu - Sanetti Camp - Garba Guracha Camp, einmal über das Plateau


Führer Mahmood Kabeto

Mein Führer Mahmood Kabeto auf dem Sanetti Plateau

 

Rafu liegt am Rand des Sanetti Plateaus, das an diesem Tag gequert wird. Meine Route führte von Rafu zu den Crane Lakes, dann weiter zur Nationalparkstation der Ranger (nicht formal zu besichtigen) und von dort zur Übernachtungsstelle Garba Guracha. Ich hatte den Eindruck, dass mein Führer alles tat um eine Übernachtung am Sanetti Campsite zu vermeiden. Irgendwie verständlich, da diese Stelle sehr exponiert liegt, ständig eiskalter Wind weht, kein Holz oder Hütten vorhanden sind, kurz alle Dinge, die eine Übernachtung komfortabler machen sind nicht vorhanden. Garba Guracha Camp liegt sehr hübsch und sehr geschützt an einem Karsee direkt unter der Karrückwand bzw. dem Escarpment. Es ist sicher der bessere Platz.

Wer allerdings Wölfe sehen will ist auf dem Sanetti Camp besser aufgehoben. Zwischen Garba Guracha und Sanetti Camp liegen nur +/- 60 min Gehzeit, je nach Richtung. Das ist problemlos in einer Tageswanderung mit üppig Zeit für die Wölfe von Garba Guracha aus zu machen. Am Sanetti Camp endet eine Stichstrasse, an der man auch vom Trek "aussteigen" kann.

Das Sanetti Plateau ist eine flache, sehr grosse "Kuppe" mit einigen flachen Pässen, eher "Übergänge" und Bergspitzen, die sich 200-300 m über das um die 4000m hohe Plateau erheben, alles ist subarktisch mit wenig höherer Vegetation, sehr rau, immer kalter Wind, viel Staub oder Schlamm, je nach dem wie das Wetter ist. Bei Nebel, der in der Regenzeit wohl eher die Normalität darstellt, ist die Orientierung ohne GPS oder Kompass so gut wie unmöglich. Das Sanetti Plateau ist sicher eine einmalige afro-montane oder afro-alpine Landschaft für die Liebhaber herber Schöhnheit.

Mein Tag war bei schnellem Tempo ca 6,5h, die direkten Wege zu Sanetti Camp bzw Garba Guracha dürften wohl um die 5,5 h betragen. Der Weg ist nicht fordernd, keine steilen Anstiege, manchmal ist der Untergrund etwas mühsam, da sehr weich oder mit niedrigen Büschen bestockt.








 

Der Campsite bei Garba Guracha bietet wieder genügend flache und weiche Plätze für das Zelt und auch einigermassen gutes Wasser, das übrigens, wie vermutlich schon erahnt auf dem Sanetti Plateau in der Trockenzeit nur in den Resten einiger Seen existiert. Natürlich gibt es wieder Hütten von Nomaden, die zum Kochen und Schlafen verwendet werden.

Auf dem ganzen Plateau kann man mit ziemlicher Sicherheit immer wieder auf Äthiopische Wölfe treffen, die dort nach Nagetieren jagen. Da der nächste Tag mit Abstand der körperlich forderndste ist, bietet es sich an, einen Tag in Garba Guracha zu bleiben, Tiere zu beobachten oder den nahen Mt. Batu zu besteigen. Es ist auch der letzte Tag in den hohen Regionen der Bale Mountains, der nächste Tag bringt den Wanderer bereits wieder tief ins Tal und in die Nähe von Dinsho.

Garba Guracha - Camp im Denka Valley und zurück nach Dinsho (2 Tage)



 

Dieser Tag war mit Sicherheit die Etappe, die am meisten Kondition und Kraft erforderte. Trotzdem weist die Route keine extremen oder unangenehm lange Steigungen auf und ist nicht wirklich dramatisch. Trotzdem ist es ein langer Tag von ca 8h. Relativ gutes Wasser ist nur einmal und relativ spät vor dem letzte Anstieg zu bekommen.

Von Garba Guracha quert man das Tegona Valley und steigt in einen undeutlichen Pass auf, der das Massiv des Mt. Batu quert. Man bleibt in etwa auf der Höhe und quert dabei ein weites Tal bis wieder ein kleiner Pass erreicht ist. Jetzt gehts mässig steil hinab in das weite Tal von Worgona. Dies ist der Teil der Bale Mts. der sich am alpinsten gibt. In einem weiten langen Bogen, immer leicht auf und ab wird ein Bach und der Mittagsplatz erreicht. hier heisst es auch Abschied nehmen von den Wölfen. Im nächsten Tal gibts keine mehr....

Nach der Mittagspause gehts noch mal gut hinauf (ca 250m) auf über 4000m, von da an gehts nur noch runter. Der Pass hat einen schönen Bestand an Riesenlobelien und man sollte die afro-alpine Umgebung zum letzten Mal noch einmal geniessen!












 

Das Denka Valley ist im ersten Abschnitt wunderschön, danach kommt man in den Bereich, der durch einen Waldbrand heimgesucht wurde, und der Weg tiefe Erosionsfurchen gebildet hat. Das hat mir diesen Abschnitt etwas verleidet. Auf der anderen Seite ist es beeindrucken zu sehen, wie sich die Vegetation in einem derart extremen Umfeld erholt.

Unser Lagerplatz war sehr hübsch auf einer kleinen Wiese bei einer Höhle. Andere Trekker übernachteten etwas weiter oben bei einer kleinen Siedlung. Durch den kleinen Bach und der relativ geringen Besiedlung ist relativ gutes Wasser vorhanden.

Am nächsten Tag gehts durch zwei Täler weiter, bald durch Wiesen, Felder und Gehöfte ziemlich unspektakular zurück nach Dinsho. Insgesamt so um die 4-5 Stunden. Am schönsten war der Durchbruch eines Baches durch das Escarpment.

Das wars!

Ausrüstung, Logistik, Empfehlungen

Der Trek durch die Bale Mountains stellt keine grossen Ansprüche an die Ausrüstung, es ist nicht besonders stürmisch, es regnet nicht ununterbrochen (zumindest in der Trockenzeit) nur die Nächste sind relativ kalt. Die Ausrüstung muss auch nicht besonders leicht sein, da die Pferde alles tragen.

 

Ein einfaches, aber wasserdichtes Zelt, gute Liegematte und ein Schlafsack, dessen Comfortbereich allerdings bis -5 mindestens gehen sollte ist ausreichend. Leichte Wanderschuhe, die nicht mal wasserdicht sein müssen tun es allemal. Leichte Regenkleidung sollte dabei sein und Kleidung wie bei uns im Herbst in den Alpen (4000m in Afrika können sehr sehr frostig sein!!). Durch die langen Abende am Lagerfeuer, mit Funkenflug und der Einräucherung empfehle ich, nicht die neuesten Lieblingsteile mitzunehmen. Man kann nicht darauf aufpassen!

Die Sonne und der Wind auf dem Sanetti Plateau sind gnadenlos, Sonnenschutz, Sonnencreme, Lippenschutz, Brille etc sind unabdingbar. Wer wie ich (zum fotografieren) früh aufsteht braucht auch auf alle Fälle Handschuhe und eine warme Mütze.

 

Schwieriger ist die Situation mit den Kochutensilien und Lebensmittel. Es ist Usus, dass der Gast einen Grossteil der Lebensmittel für die Crew mitbringt. Die Auswahl an Lebensmittel in Dinsho ist sehr begrenzt. Ich habe alles zusammen mit einem Koch meines Autoverleihers in Addis gekauft und bin sehr gut damit gefahren. In Addis sind Nudeln, Reis, Kartoffeln, Gemüse, Suppen, Linsen, Gewürze, Tee, Kaffee etc problemlos im Mercato Viertel erhältlich. Supermärkte wie bei uns sind sehr selten und oft nicht gut bestückt. Für unterwegs habe ich Erdnüsse, Sultaninen und Datteln besorgt, das war oft auch mein erstes Frühstück zusammen mit heissem Ingwerwasser (sehr zu empfehlen in grossen Höhen) aus der Thermos, die ich schon am Vortag gefüllt habe.

Der Kocher war am schwierigsten. Wer selbst kocht kann auch einen Benzinkocher mitbringen, Kerosin ist an manchen Tankstellen erhältlich, bleifrei ist eher unbekannt. Die Bedienung eines Benzin-Trekkingkochers dürfte jedoch die Crew überfordern, weshalb es für mich nicht in Frage kam. CampingGaz Kartuschen sind nicht oder nur selten erhältlich, ich habe zwei Tage erfolglos in Addis gesucht. Letztendlich habe ich einen kleinen Gasbrenner in Addis gekauft, der auf die überall erhältlichen grossen Gasflaschen passt, die auch von den Äthiopiern zum Heizen und Kochen verwendet werden. Mein Fahrer kannte einen Händler, der mir eine mittlere Flasche mit Gas lieh. Eine für mich perfekte Lösung. Normale Stahl oder Alu Campingtöpfe reichen aus. Auch hier nicht die HighEnd Edelteile mitnehmen, es wird oft auch über dem Feuer gekocht, um "zwei Flammen" zu haben. Dementsprechend schwarz sind die Töpfe danach.

 

Das wichtigste zum Schluss. Wasser, das man bedenkenlos trinken kann gibt es so gut wie keines. Mittel oder Geräte zur Desinfektion sind dringend zu empfehlen. Ansonsten bleibt nur, das Wasser abzukochen!

Das Gepäck wird gnadenlos von den Horsemen auf den Pferden festgezurrt, in manchen Passagen gehts durch Steine oder Gestrüpp. Robuste Packsäcke aus Cordura oder Baumwolle sind sinnvoll aber natürlich nicht essentiell.

Der Trek kann vorab der Berführerorganisation angekündigt werden. Bei mir übernahm das der Autovermieter. Das ist nicht zwingend notwendig. Man kann am nachmittag ankommen, geht zum Büro der Bergführer nahe der Dinsho Lodge im NP und bekommt einen Führer zugewiesen. Es gibt ca 12 eingetragene Führer, das Risiko dass alle unterwegs sind ist damit fast gleich Null. Alle notwendigen Kontaktinformationen können den einschlägigen Reiseführeren entnommen werden.

Mittlerweile können Zelte, Schlafsäcke und Liegematten gemietet werden. Ich traf unterwegs bei Garba Guracha einen Solotrekker, der sich sehr kurzfristig entschloss nach Bale zu gehen und daher alles mieten musste. Das Zelt war sehr gut und neu, allerdings war dem Trekker immer kalt, da sowohl der Schlafsack als auch seine Kleidung dem Klima nicht gewachsen war.

 

Empfehlungen

 

Ich habe die meisten Dinge aus Europa vorab organisiert. Per Internet wurde ein Anbieter für 4WD mit Fahrer ausgewählt. Das war ein glücklicher Zufallstrefffer und ich kann die Firma wirklich empfehlen. Sehr hilfsbereit und zuverlässig: Abeba Tours. Fragt nach Tanya oder Schemels, das waren meine beiden Kontakte. Meinen Fahrer Amare kann ich auch nur empfehlen.

Die Führer in Bale werden normalerweise automatisch der Reihe nach vergeben, so scheint es zumindest zu laufen. Ich hatte wieder Glück mit meinem Führer Mahmood Kabeto und den Horsemen. Ich habe seine Telefonnummer und eine e-mail ID, die ich gerne nach Rückfrage weiterreiche. Bitte das Kontakformular verwenden (ich lege wegen spam etc keine email ids auf meine page)

 

Hoffentlich helfen die Informationen allen, die sich für Bale interessieren, über Feedback freue ich mich immer, einfach das Kontaktformular verwenden.

 

Wer sich für Bale interessiert, könnte auch am Ruwenzori interessiert sein. Nach zwei mehrwöchigen Expeditionen kann ich auf einiges an Erfahrung zurückblicken Rwenzori - Erfahrungen für Trekker, Bergsteiger und Naturfreunde

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R w e n z o r i by Martin Zwick