Donaudelta - allgemeine Informationen für Fotografen und Touristen (2005/2006)

Donaudelta - Fotografie in einem unbekanntem Land

Vor einigen Monaten suchte ich nach neuen Zielen zur Naturfotografie in Europa, die noch nicht "ausfotografiert" waren. Auch wegen der kommenden EU Mitgliedschaft von Rumänien, nahm ich mir Rumänien insbesondere das Donaudelta vor.

Außer das es eine sehr schöne, vogelreiche Gegend sein soll habe ich nichts gewußt und konnte auch nicht viel mehr in Erfahrung bringen. Über das Internet bekam ich allerdings Kontakt mit einem rumänischen Naturfotografen aus Tulcea am Donaudelta. Ansonsten war bezüglich Fotografie im Donaudelta nicht viel an Informationen zu bekommen.

Dann kam ein Artikel in Naturfoto. Es sei vorweg genommen, daß weder Inhalt noch Bilder dieses Artikels dem Donaudelta gerecht werden, teilweise sogar ein völlig falsches Bild der Lage vermitteln.

Mit genau diesen Informationen reiste ich im April nach Tulcea, um mit Daniel Petrescu eine Woche vor Ort zu verbringen. Daniel hat mir schon am Telefon gesagt, daß es viel zu früh für Vögel im Delta sei und wirklich war außer Kormoranen noch nicht viel los. Trotzdem war die Woche für mich sehr wertvoll, da ich einen Einblick in die Gegen und die notwendige Ausrüstung bekam.

 

Landschaft des Jahres 2007/2008

Vor einigen Tagen wurde angekündigt, daß das Donaudelta zur "Landschaft des Jahres 2006/2007" gewählt wurde!

Landschaft des Jahres

Hoffentlich kann diese Popularität dieser einmaligen Naturlandschaft helfen, Ihre Herausforderungen zu bewältigen.

 

 

Wo fotografiert man im Donaudelta:

 

 

Das Delta besteht aus Kanälen, Seen und mehr oder weniger festem Land. Für die Kolonien braucht man eine Spezialgenehmigung der lokalen Behörde, die man teuer bezahlen muß sowie einen guten Bootsführer. Ich kann nur empfehlen auch in die Kolonien zu gehen.

Die Kanäle und Seen kann man mit der einfachen Genehmigung befahren.

April, Mai bis in den Juni hinein ist das Donaudelta ein einziger großer See. Die meiste Zeit wird man direkt vom Boot aus fotografieren. Wesentlich dafür ist ein guter Bootsführer (ich stelle gerne den Kontakt her, einfach e-mail an mich). Die Tiere sind sehr scheu daher sind lange Brennweiten absolut notwendig (siehe Ausrüstung). In den Kolonien fotografiere ich fast nur mit Stativ, in den Kanälen und Seen lege ich die Kamera/das Objektiv auf das Boot auf.

 

Was fotografiert man im Donaudelta?

Das Donaudelta ist eine einzigartige Gegend. Ich habe sehr schnell die Entscheidung getroffen mich auf einige wenige Tierarten zu konzentrieren. Wegen der optischen Attraktivität viel die Wahl auf die Reiherarten, die im Donaudelta brüten. Das ist allerdings nur ein verschwindend geringer Prozentsatz aus der dortigen Vogelwelt. Letztendlich muß jeder für sich entscheiden, welche Ziele er hat.

Die einschlägigen Birder Seiten geben einen Einblick über die Vielfalt!

Alle folgenden Tips und Erfahrungen beziehen sich auf das fotografieren von Reiherartigen in Kolonien, Kanälen und Seen.

Das Donaudelta ist sehr groß. Daher wird auch die Lokation entscheiden was möglich ist. Ich kann nur empfehlen, einen guten Führer (ich stelle gerne den Kontakt her, einfach e-mail an mich) zu engagieren!

Die Landschaft Donaudelta ist sicher auch ein lohnenende Ziel. Erfahrungen dazu in einem späteren Werkstattbericht.

Die Menschen und ihr Leben mit und in diesem einzigartigem Lebensraum sind weitere interessante Themen, die sich anbieten, porträtiert zu werden.

Welche Ausrüstung ist empfehlenswert:

 

Die Tiere sind scheu, sehr scheu! Das Boot wackelt und bleibt selten da wo es sein soll. Keine leichten Verhältnisse für die Tierfotografie!

 

  • 600mm manchmal mit 1,4 Extender für die Arbeit in den Kolonien und auf gezielter Pirsch auf den Seen. Das Arbeiten damit ist allerdings auf windstille Tage und eher statische Ziele beschränkt. Ohne Bildstabilisator sollte man darauf verzichten!
  • 300mm machmal mit 1,4 Extender ist die Wahl für Flugfotos, dynamische Situationen. Die Kombination sitzt auch immer an der Kamera, wenn man für überraschungen gewappnet sein soll.
  • Ein Stativ ist für die Arbeit in Kolonien unabdingbar und bei einem passenden Boot auch gut einsetzbar.
  • Bohnensack oder großer Packsack zur Auflage der Kamera/Objektiv am Bootsrand.
  • Weitwinkelzoom für Landschaftsaufnahmen
  • Wer noch mit Film fotografiert sollte sehr, sehr viel Filmmaterial mitnehmen. Die Ausschußquote durch Verwacklungsunschärfe ist bedingt durch die Verhältnisse (Boot, Wind, Wellen...) sehr hoch

Wieviel Zeit muß man mitbringen?

Das ist eine echte Gretchenfrage. Daher einige Tatsachen, die es erlauben sich selbst die Antwort zu geben.

Das Delta ist eine regenarme Gegend. Trotzdem bauen sich häufig Wolken auf und gutes Licht verschwindet. Selbst wenn gutes Licht ist, kann zu starker Wind herrschen. Natürlich hat man auch mit den Tieren nicht immer Glück.

Hier meine Erfahrungswerte aus April/Mai. Jeder zweite Morgen war brauchbar bis gut. Abendlicht gab es höchstens jeden dritten Tag.

Wer in den Kanälen fotografiert braucht mehr Zeit um brauchbare Fotos zu machen als in den Kolonien.

Informationen zur Infrastruktur im Donaudelta

Ausgangspunkt für alle Touren ist Tulcea. Nach Tulcea kommt man problemlos mit Bahn, Bus oder natürlich mit dem eigenen Auto. In Tulcea Unterkunft zu finden ist kein Problem. Fertige Touren für fast jeden Geschmack, allerdings nicht speziell für Fotografen, werden von unterschiedlichen Anbietern veranstaltet. Dabei ist man mehrere Tage in gut ausgestatteten schwimmenden "Hotels" untergebracht und geht mit kleinen Booten auf Pirsch. IBIS Tours (D. Petrescu) bietet qualitativ hochwertige Touren für naturkundlich interessierte Personen an.

Wer nur zum fotografieren kommen will, kommt um individuelle Arrangements nicht herum. Auf eingene Faust ins Delta zu fahren, ist absolut sinnlos. Selbst wenn man ein Boot hätte, würde man sich hoffnungslos verfahren!

Google Earth Link nach Tulcea und zum Donaudelta

  • Tulcea.kmz<LINK naturbildportal.com/index.php?id=suche&tx_ppbildersuche_pi1[sword]=21892>Night Heron flying</LINK><br>(Canon EOS 1D Mark II, 300mm, 1,4 Extender)

Fragen, Antworten und weitere Informationen

Falls Kollegen, Interessierte oder auch nur Neugierige Fragen zum Arbeiten im Donaudelta haben, kein Problem, einfach die Kontaktseite verwenden.

 

Weitere Erfahrungen aus den drei geplanten Aufenthalten im Juni, Juli und August werde ich zu weiteren Erfahrungsberichten zusammenfassen.

 

Martin Zwick

05.06.2006